Meyer

Meyer
Meyer,
 
1) Adolf, Architekt, * Mechernich 17. 6. 1881, ✝ auf Baltrum 14. 7. 1929; Mitarbeiter von P. Behrens und 1911-25 von W. Gropius (Faguswerk in Alfeld, Leine). 1919-25 lehrte er Architektur am Bauhaus in Weimar. 1926-29 war er Stadtbaurat in Frankfurt am Main (Bauten für die Stadtwerke ebenda). Er lieferte Entwürfe u. a. für das Planetarium in Jena (1925-26) mit einer der ersten Kuppeln in Schalenbauweise.
 
 2) Albert, schweizerischer Politiker, * Fällanden (bei Zürich) 13. 3. 1870, ✝ Zürich 22. 10. 1953; 1915-29 Hauptschriftleiter der »Neuen Zürcher Zeitung«. 1907 wurde Meyer Mitglied des Großen Stadtrats in Zürich und 1915 des schweizerischen Nationalrats (bis 1929). Meyer war 1923-29 Vorsitzender der Freisinnig-Demokratischen Partei der Schweiz, 1930-38 Mitglied des Bundesrats (Département des Innern).
 
 3) Alfred Richard, Pseudonym Mụnkepunke u. a., Schriftsteller und Verleger, * Schwerin 4. 8. 1882, ✝ Lübeck 9. 1. 1956; gründete 1907 einen eigenen Verlag, gab Liebhaberdrucke heraus und veröffentlichte in »Lyrischen Flugblättern« frühexpresionistische Gedichte (u. a. von G. Benn, Else Lasker-Schüler, R. Leonhard, P. Zech). Sein eigenes literarisches Werk zeichnet sich durch Witz, Frische und formale Vollendung aus.
 
 4) Conrad Ferdinand, schweizerischer Schriftsteller, * Zürich 11. 10. 1825, ✝ Kilchberg bei Zürich 28. 11. 1898; entstammte einer Züricher Patrizierfamilie; Autodidakt, von umfassender Bildung, materiell unabhängig. Begann zunächst ein Jurastudium, wollte dann Maler werden, doch verhinderte ein (seit 1852 auch offen zutage tretendes) Nervenleiden jede weitere Ausbildung. Zahlreiche Reisen, dann Aufenthalte in München und Rom führten zur Bewunderung der italienischen, spanischen und niederländischen Malerei des 16./17. Jahrhunderts, insbesondere Michelangelos. Die Kultur der Renaissance wurde zu seinem Lebensideal, worin ihn J. Burckhardt bestärkte. Erst 1860 entschied er sich dafür, Schriftsteller zu werden, wobei er anfangs zwischen der deutschen und der französischen Sprache schwankte. Die Entscheidung für das Deutsche wurde wahrscheinlich von seiner Übersetzertätigkeit während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 beeinflusst, wohl auch von der Reichsgründung, die er begrüßte. Bis zum nicht mehr heilbaren Ausbruch der psychischen Krankheit (ab 1891/92) schuf er in konzentrierter Produktivität ein Werk, das ihn neben J. Gotthelf und G. Keller zum bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen Literatur der Schweiz im 19. Jahrhundert werden ließ. Meyer schrieb v. a. historische Erzählungen und Novellen; Stoffe aus dem zeitgenössischen Alltag lehnte er ab. Das Geschichtsbild, das sein Werk bestimmt, ist dem zeitgenössischen Renaissancekult verpflichtet: Die Renaissance verkörperte Lebenskraft und Lebensfreude, die überlegene, außergewöhnliche Persönlichkeiten hervorbringt, bei Meyer deutlich in dem Roman »Georg Jenatsch« (1876, ab 1882 unter dem Titel »Jürg Jenatsch«) oder in der Novelle »Die Richterin« (1885). Meyer bildete dabei einen sublimen Psychologismus aus, der Geschehen und Taten, Entwicklungen und Entscheidungen zuweilen bewusst im Zwielicht ließ (»Die Versuchung des Pescara«, 1887; »Angela Borgia«, 1891). Dazu bediente er sich häufig und immer kunstvoller der Form der Rahmenerzählung (»Der Heilige«, 1880; »Die Hochzeit des Mönchs«, 1884).
 
War Meyer früher in erster Linie als Prosa- und Versepiker geschätzt, dann namentlich von H. von Hofmannsthal zum Historisten des Neobarock (»Makart-Zeit«) erklärt worden, so wird er heute als Vorläufer des lyrischen Symbolismus gesehen. Seinen literarischen Ruf zu Lebzeiten verdankte er dem Versepos »Huttens letzte Tage« (1871) und dessen Pendant »Engelberg« (1872). Auch zwei komische Renaissancenovellen, im Wetteifer mit G. Keller entstanden, finden sich unter Meyers Arbeiten: »Der Schuß von der Kanzel« (1877) und »Plautus im Nonnenkloster« (1882). Neben den Werken um gewalttätige, vitale, bedenkenlose, doch geistig immer bedeutende Helden stehen Erzählungen wie »Das Amulett« (1873), »Gustav Adolfs Page« (1882) und »Das Leiden eines Knaben« (1883), in denen Meyer seinen Psychologismus auf jugendliche Gestalten überträgt. Am Drama hat sich Meyer erfolglos versucht, es blieb bei Fragmenten. Eine eigene Form dagegen fand er in der Lyrik. Aus harter, um jedes Wort ringender Arbeit gingen nach zahlreichen Vorfassungen vollendete Symbolgedichte wie »Der römische Brunnen« oder »Zwei Segel« hervor, Kurzgedichte von scheinbar müheloser Konzentriertheit. Unterschiedliche Entwicklungsstufen zeigen die »Balladen« (1867) und die »Romanzen und Bilder« (1871), die noch weit entfernt sind von der Bedeutung Meyers späterer Balladen mit antiken, mittelalterlichen, Renaissance- und Reformationsstoffen (»Gedichte«, endgültige Fassung ab der 5. Auflage 1892).
 
Ausgaben: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, herausgegeben von H. Zeller und anderen, auf 15 Bände berechnet (1963 ff.); Gesammelte Werke, herausgegeben von W. Ignée, 5 Bände (1985).
 
 
F. F. Baumgarten: Das Werk C. F. M.s. Renaissance. Empfinden u. Stilkunst (Neuausg. Zürich 1948);
 G. Brunet: C. F. M. et la nouvelle (Paris 1967);
 F. A. Kittler: Der Traum u. die Rede. Eine Analyse der Kommunikationssituation C. F. M.s (Bern 1977);
 M. Burkhard: C. F. M. (Boston, Mass., 1978);
 K. Fehr: C. F. M. (Bern 1983);
 D. A. Jackson: C. F. M. mit Selbstzeugnissen u. Bilddokumenten (23.-25. Tsd. 1991);
 U. H. Gerlach: C.-F.-M.-Bibliogr. (1994).
 
 5) Eduard, Althistoriker, * Hamburg 25. 1. 1855, ✝ Berlin 31. 8. 1930, Bruder von 20); wurde 1884 Professor in Leipzig, 1885 in Breslau, 1889 in Halle (Saale), 1902 in Berlin (bis 1923). In seiner »Geschichte des Alterthums« (1884-1902, 5 Bände) stellte er, beginnend mit Ägypten und Vorderasien, die antike Geschichte bis um 366 v. Chr. in einem universalen Rahmen dar und suchte so die griechische Geschichte aus ihrer Isolierung zu lösen.
 
Weitere Werke: Caesars Monarchie und das Principat des Pompejus (1918); Ursprung und Anfänge des Christentums, 3 Bände (1921-23).
 
 6) Ernst Hermann, Musikwissenschaftler und Komponist, * Berlin 8. 12. 1905, ✝ Berlin (Ost) 8. 10. 1988; studierte Komposition u. a. bei P. Hindemith und H. Eisler; emigrierte 1933 nach Großbritannien und war 1948-70 Professor für Musiksoziologie an der Berliner Humboldt-Universität. Meyer komponierte Orchester- und Kammermusik, Jugendmusik, die Oper »Reiter der Nacht« (1973) sowie zahlreiche Kantaten (u. a. »Das Tor von Buchenwald«, 1959; »Lenin hat gesprochen«, 1970). Er gründete die Zeitschrift »Musik und Gesellschaft« (1951 ff.) und veröffentlichte u. a. »English chamber music« (1946; deutsch »Die Kammermusik Alt-England vom Mittelalter bis zum Tode Henry Purcells«), »Musik der Renaissance, Aufklärung, Klassik« (1973) sowie Schriften zum sozialistischen Realismus in der Musik (»Musik im Zeitgeschehen«, 1952; »Kontraste, Konflikte«, 1979).
 
 7) E. Y., eigentlich Peter Meyer, schweizerischer Schriftsteller, * Liestal 11. 10. 1946; bereits sein erster Erzählband »Ein Reisender in Sachen Umsturz« (1972) zeigte in seiner komplizierten sprachlichen und formalen Gestalt die Charakteristika auch der nachfolgenden Werke, die in ihren indirekten Annäherungen an die Dinge die Welt nicht mehr als wirklich, sondern nur noch als möglich erscheinen lassen.
 
Weitere Werke: Romane: In Trubschachen (1973); Die Rückfahrt (1977); Das System des Doktor Maillard oder Die Welt der Maschinen (1994).
 
Dramen: Das System (1983); Sunday morning (1984).
 
Erzählungen: Eine entfernte Ähnlichkeit (1975); Wintergeschichten (1995).
 
Die Hälfte der Erfahrung. Essays und Reden (1980).
 
 
E. Y. M., hg. v. B. von Matt (1983).
 
 8) Friedrich Elias, der Ältere, Bildhauer und Porzellanmodelleur, * Erfurt 1723, ✝ Berlin 2. 10. 1785, Bruder von 23); war ab 1748 an der Meißener Manufaktur unter J. J. Kändler tätig, ab 1761 Modellmeister der Berliner Porzellanmanufaktur. Er vertrat mit seinen Figuren ein elegantes, leicht klassizistisches Rokoko. In Zusammenarbeit mit seinem Bruder schuf er 1772 einen vielfigurigen Tafelaufsatz für Kaiserin Katharina II. von Russland.
 
 9) Hannes, schweizerischer Architekt, * Basel 18. 11. 1889, ✝ Crocifisso di Savosa (Kanton Tessin) 19. 7. 1954; 1928-30 Leiter des Bauhauses in Dessau; war 1930-36 in der UdSSR (u. a. Entwicklungsplan für Groß-Moskau, 1931-32), 1939-49 in Mexiko (Entwürfe für Arbeitersiedlungen, Sport- und Kulturzentren). Meyer sah in Architektur und Stadtplanung nicht nur eine ästhetische, sondern in erster Linie eine soziale, kollektiv unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden zu lösende Aufgabe.
 
Werke: Siedlung Freidorf in Muttenz bei Basel (1919-21); Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau bei Berlin (1928-30); Genossenschaftliches Kinderheim der Dr.-Jäggi-Stiftung in Mümliswil, Kanton Solothurn (1937-39).
 
Wettbewerbsentwürfe: Völkerbundpalast in Genf und Petersschule in Basel (beide 1926-27, mit H. Wittwer); Berliner Arbeiterbank (1929).
 
 
H. M. 1889-1954. Architekt, Urbanist, Lehrer. Ausst.-Kat. (1989);
 K.-J. Winkler: Der Architekt H. M. (Berlin-Ost 1989);
 M. Kieren: H. M. Dokumente zur Frühzeit. Architektur- u. Gestaltungsversuche 1919-1927 (Heiden 1990);
 
Architekten - H. M., bearb. v. U. Stark (21994).
 
 10) Hans, Geograph und Verleger, * Hildburghausen 22. 3. 1858, ✝ Leipzig 5. 7. 1929, Sohn von 16), Bruder von 15); war 1884-1914 in der Geschäftsleitung des Bibliographischen Instituts tätig. Nach einer Weltreise (1881/82) unternahm Meyer fünf Expeditionen nach Ostafrika (1887, 1888, 1889, 1898, 1911), wobei er u. a. den Kilimandscharo erforschte und kartierte und 1889 zusammen mit Ludwig Purtscheller (* 1849, ✝ 1900) erstmals erstieg (erneut 1898). 1903 führte er vulkanologische und glazialmorphologische Studien in Ecuador durch. 1915-28 war er Professor für Kolonialgeographie in Leipzig.
 
Werke: Der Kilimandjaro (1900); In den Hoch-Anden von Ecuador (1907).
 
Herausgeber: Das Deutsche Kolonialreich, 2 Bände (1909/10).
 
 
Koloniale Studien. H. M. zum siebzigsten Geburtstage. .. (1928).
 
 11) Hans, Röntgenologe, * Bremen 30. 7. 1877, ✝ Marburg 11. 4. 1964; wurde 1916 Professor in Kiel, 1920 Direktor der Strahlenabteilung der Krankenanstalten in Bremen, 1946 Professor in Marburg; schuf die methodischen Grundlagen der Strahlentherapie; begründete 1927 die »Deutsche Gesellschaft für Lichtforschung«.
 
 12) Hans, schweizerischer Bankfachmann, * Aarau 20. 4. 1936; 1985-88 Mitglied des Direktoriums, 1988-96 Vizepräsident und 1996-2000 Präsident der Schweizerischen Nationalbank. Meyer ist seit 1996 auch Mitglied des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und schweizerischer Gouverneur des Internationalen Währungsfonds.
 
 13) Hans Joachim, Anglist, * Rostock 13. 10. 1936; studierte 1959-64 Anglistik/Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin; war dort ab 1964 Sprachlehrer und wissenschaftlicher Assistent, ab 1982 Hochschuldozent und 1985-90 Professor. Als Mitglied der ersten frei gewählten DDR-Regierung war Meyer 1990 Minister für Bildung und Wissenschaft; von November 1990 bis März 2002 war er Staatsminister für Wissenschaft und Kunst in der sächsischen Landesregierung. Meyer war Mitglied katholischer Laiengremien in der DDR, wurde 1992 Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und ist seit Mai 1997 dessen Präsident (2001 für eine zweite Amtsperiode [vier Jahre] wieder gewählt).
 
 14) Heinrich, schweizerischer Maler und Kunstschriftsteller, * Zürich 16. 3. 1760, ✝ Jena 11. 10. 1832; war 1784-89 in Rom, wo er sich mit Goethe anfreundete, den er in allen Kunstfragen beriet. 1791 ging er nach Weimar und leitete dort ab 1806 die Zeichenschule; Vertreter eines nüchternen Klassizismus.
 
 15) Herrmann August, Forschungsreisender und Verleger, * Hildburghausen 11. 1. 1871, ✝ Leipzig 17. 3. 1932, Bruder von 10), Sohn von 16); unternahm 1895-97 und 1898-1900 Expeditionen nach Brasilien (v. a. Rio Xingu); gründete in Rio Grande do Sul für deutsche Auswanderer die Siedlungskolonien Neu-Württemberg, Xingu und Fortaleza. 1903 wurde er Teilhaber des Bibliographischen Instituts. Veröffentlichungen über seine Forschungsreisen.
 
 16) Herrmann Julius, Verleger, * Gotha 4. 4. 1826, ✝ Leipzig 12. 3. 1909, Sohn von 17), Vater von 10) und 15); war 1849-54 in New York als Verleger tätig; leitete nach dem Tod seines Vaters zusammen mit seiner Mutter Minna Meyer das Bibliographische Institut. Er baute das Unternehmen weiter aus (Erweiterung von Druckerei, Vertrieb, litographische Anstalten, Ausbau des Verlagsprogramms) und verlegte es 1874 nach Leipzig. 1884 übergab er die Geschäfte an seine Söhne Hans und Arndt (* 1859, ✝ 1928) und widmete sich gemeinnützigen Aufgaben (Arbeiterwohnungsbau).
 
 17) Joseph, Verleger, * Gotha 9. 6. 1796, ✝ Hildburghausen 27. 5. 1856, Vater von 16); war als Kaufmann (1817-20 in London) und Publizist tätig und gründete 1826 gemeinsam mit seiner Frau Minna (* 1804, ✝ 1874) als formeller Alleineigentümerin in Gotha das Bibliographische Institut (Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG). Er verlegte u. a. preiswerte Klassikerausgaben, gab das historisch-geographische Stahlstichwerk »Meyers Universum« (dessen Texte er selbst verfasste; zeitweise in zwölf Sprachen übersetzt), ab 1839 das 52-bändige »Große Conversations-Lexikon« sowie geographische Handbücher, Atlanten und Kunstblätter heraus. Insbesondere an den enzyklopädischen Werken seines Verlages arbeitete Meyer selbst mit. V. a. mit der lieferungsweisen Herausgabe größerer Werke war Meyer Bahnbrecher des Subskriptionswesens in Deutschland. In den späten 30er-Jahren beschäftigte er sich mit industriellen Unternehmungen (Kohle- und Erzbergwerke, 1845 Gründung einer »Eisenbahnschienenkompanie«), hatte damit aber keinen Erfolg.
 
 18) Julius Lothar, Chemiker, * Varel 19. 8. 1830, ✝ Tübingen 11. 4. 1895; Professor in Eberswalde (1866-68), Karlsruhe und Tübingen (seit 1876); stellte 1869 gleichzeitig und unabhängig von D. I. Mendelejew ein Periodensystem der chemischen Elemente auf.
 
 19) Krzysztof, polnischer Komponist, * Krakau 11. 8. 1943; Schüler von K. Penderecki und N. Boulanger, wurde 1966 Dozent an der Krakauer Musikhochschule und 1987 Professor für Komposition an der Musikhochschule in Köln. Nach Phasen der Klangfarbenkomposition (1963-66), der Aleatorik und des Zwölfton-Kontrapunktes (1967-72) sind seine jüngeren Werke gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung mit traditionellen Formprinzipien und dem Bemühen um gesteigerten Ausdruck; vollendete die Oper »Die Spieler« (Uraufführung 1983) von D. Schostakowitsch.
 
Werke: Opern: Kyberiade (1970, Uraufführung 1986); Die verzauberten Brüder (1990).
 
Orchesterwerke: 6 Sinfonien (1964-82); Trompetenkonzert (1975); Fireballs (1976); Klavierkonzert (1979); Musica incrostata (1988); Caro Luigi per quattro violoncelli ed orchestra d'archi (1989); Carillon (1993); Violoncellokonzert (1996).
 
Kammermusik: 9 Streichquartette (1963-91); Capriccio per sei strumenti (1988).
 
Klaviermusik: Sonaten (1963, 1966, 1967); 24 Präludien (1978).
 
 20) Kuno, Keltologe, * Hamburg 20. 12. 1858, ✝ Leipzig 11. 10. 1919, Bruder von 5); 1895-1911 Professor in Liverpool, seit 1911 in Berlin; Verdienste durch zahlreiche Ausgaben mittelirischer Texte mit Übersetzung und Glossar in der »Revue Celtique« und der von ihm 1897 gegründeten »Zeitschrift für Celtische Philologie«, in dem »Archiv für celtische Lexikographie« (1898-1907) und in der von ihm 1904 gegründeten Zeitschrift »Eriu«.
 
Werke: Hibernica minora (1894); A primer of Irish metrics (1909); Über die älteste irische Dichtung, 2 Teile (1913-14).
 
Herausgeber: The voyage of Bran, son of Febal, to the land of the living, 2 Bände (1895-97); Cáin Adamnáin (1905); The triads of Ireland (1906); Fianaigecht (1910); Bruchstücke der älteren Lyrik Irlands (1919).
 
 21) Sabine, Klarinettistin, * Crailsheim 30. 3. 1959; begann als Orchestermusikerin im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, war 1983 Soloklarinettistin bei den Berliner Philharmonikern, seit 1984 freischaffend. Als Solistin konzertierte sie in Europa, Nord- und Südamerika, in Israel und Japan. Zugleich engagierte sie sich im Bereich der Kammermusik. 1983 gründete sie mit ihrem Mann Reiner Wehle (* 1954) und ihrem Bruder Wolfgang Meyer (* 1954) das Trio di Clarone, 1988 das Bläserensemble Sabine Meyer, in dem führende Bläser aus aller Welt zusammenwirken.
 
 22) Wilhelm, klassischer und mittellateinischer Philologe, * Speyer 1. 4. 1845, ✝ Göttingen 9. 3. 1917; ab 1886 Professor für klassische Philologie in Göttingen; widmete sich besonders der Erforschung der lateinischen Literatur des Mittelalters und gilt durch seine wegweisenden Arbeiten über Rhythmik und Reim als einer der Begründer der mittellateinischen Philologie.
 
Werk: Gesammelte Abhandlungen zur mittellateinischen Rhythmik, Band 1 und 2 (1905), Band 3 (herausgegeben 1936).
 
 23) Wilhelm Christian, Bildhauer und Porzellanmodelleur, * Gotha 1726, ✝ Berlin 10. 12. 1786, Bruder von 8); arbeitete nach der Ausbildung bei seinem Bruder für Kurfürst Klemens August von Köln. Ab 1761 war er in Berlin v. a. als freier Künstler tätig (Brückenfiguren, Figuren für die Hedwigskirche und die Alte Bibliothek, Grabmäler). Er wurde Direktor der dortigen Kunstakademie und arbeitete auch für die Berliner Porzellanmanufaktur. Seine Werke sind zunächst vom ausgehenden Rokoko, später vom beginnenden Klassizismus geprägt.

Universal-Lexikon. 2012.

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